Fachgespräche am LfP – Archiv
Hier finden Sie eine Übersicht über vergangene Veranstaltungen rund um unsere Fachgespräche am LfP.
Fachgespräch am LfP
Digitalisierung der Pflege – Möglichkeiten und Herausforderungen in der ambulanten und stationären Versorgung
Donnerstag, 04.14.2024
13:00 Uhr – 15:00 Uhr
Der Fachkräftemangel in der Pflege führt zu immer geringeren Auslastungsquoten stationärer Einrichtung und endlosen Suchen nach einem Pflegedienst in der ambulanten Versorgung. Aus Sicht des Referenten, Prof. Dr. Dietmar Wolff wird eine Lösung nur gelingen, wenn wir zum ersten mehr Fachkräfte gewinnen oder zumindest den Status quo erhalten, zum zweiten effizienter die Pflegearbeit gestalten (Personalbemessung, Bürokratieabbau) und zum dritten durch Digitalisierung dort wo möglich und sinnvoll, menschliche Arbeit durch Computer ergänzen oder sogar ersetzen. In dem Impuls werden für die verschiedenen Prozesse der Wertschöpfungskette einer Pflegeeinrichtung verfügbare Digitalisierungstechnologien aufgezeigt, von z.B. Recruiting-Lösungen mit KI über die Telematikinfrastruktur, Spracherkennung bei der Dokumentation oder Sensortechnologien und Exoskelette bis hin zu KI in der Evaluation der Pflege. Außerdem wird ein Weg zur Einführung digitaler Technologien aufgezeigt, der die Mitarbeitenden und Kunden mitnimmt und damit Bedenken und Vorbehalte abbaut.
Konkrete Beispiele des Trucks für die Digitalisierung TruDi werden präsentiert. https://mutig.pulsnetz.de/training/technologiewerkstatt
Impulsgeber: Prof. Dr.-Ing. Dietmar Wolff, Hochschule Hof; Vizepräsident Lehre / Vice President Academic Affairs, Professur für Informations- und Kommunikationssysteme für betriebliche Aufgaben, Forschungsgruppenleiter Innovative Gesundheitsversorgung am Institut für Informationssysteme (iisys)
Fachgespräch am LfP
Weiterentwicklung ambulanter Pflegedienste: Möglichkeiten und Grenzen am Beispiel des Buurtzorg-Modells aus den Niederlanden und weiterer innovativer Modelle aus Deutschland.
Donnerstag, 13.11.2024
13:00 Uhr – 15:00 Uhr
Ein Forschungsprojekt an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten hat die Weiterentwicklungsmöglichkeiten der ambulanten Pflege untersucht und dazu eine Reihe von innovativen Pflegedienstleistungsorganisationen untersucht, darunter auch das gemeinnützige Stiftungsunternehmen Buurtzorg aus den Niederlanden.
Dabei konnte das ForscherInnenteam bemerkenswerte Unterschiede auf Struktur-, Prozess- und Ergebnisebene feststellen, welche im Rahmen der LfP-Veranstaltung vorgestellt werden. Auch Möglichkeiten, Herausforderungen und Grenzen der Übertragbarkeit des Buurtzorg-Modells in Bayern werden aufgegriffen, da gesetzliche und rahmenvertragliche Grundlagen, Versorgungsverträge, Entgeltvereinbarungen u.a.m. die konzeptionelle Ausrichtung, die Effizienz und Wirksamkeit der Leistungserbringung, die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden und damit die Arbeitgeberattraktivität und letztlich auch die wirtschaftliche Existenz der Pflegedienstanbieter beeinflussen.
Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass eine Vielzahl von Faktoren ineinandergreifen. Das Professionsverständnis und die fachlichen Kompetenzen, die Berücksichtigung der multisektoralen Versorgungsbedarfe und die Vernetzung in den Quartieren müssen idealerweise gemeinsam weiterentwickelt und aufeinander bezogen werden. Den zuständigen kommunalen Instanzen (Gemeinden, Städte, Landkreise, Bezirke) kommt damit eine wesentlich stärkere Steuerungs- und Sicherstellungsverantwortung zu. Die Chancen der Digitalisierung, der akademischen Pflegeausbildung und der fachlichen Weiterqualifizierung sind im Rahmen eines professionellen Changemanagements weitere Aspekte für die Weiterentwicklung der ambulanten Pflege. Die Erkenntnisse aus den Niederlanden legen zudem nahe, dass ambulante Pflegedienste gezielt und durchdacht in regionale, kommunale und nachbarschaftliche Leistungsverbünde einzubinden und für die Koordination Instrumente aus dem Care- und Casemanagement bedeutsam sind.
Impulsgeber: Herr Prof. Zacher, Bayerisches Zentrum Pflege Digital (BZPD) und Herr Prof. Prestel, Institut für Gesundheit und Generationen (IGG)
Fachgespräch am LfP
Themenfeld Lotsen – Case- und Care-Management im Kontext Pflege ambulant
Donnerstag, 06.11.2024
13:00 Uhr – 15:00 Uhr
Das deutsche Gesundheitssystem gilt im internationalen Vergleich als leistungsfähig, aber auch teuer. Das umfangreiche Spektrum der Leistungskataloge der Gesetzlichen Kranken- und der Sozialen Pflegeversicherung ist für viele Akteure im System kaum zu überblicken. Die Intransparenz der vielfältigen und segmentierten Versorgungssysteme und die daraus entstehenden Informationsdefizite bei Patientinnen und Patienten und Leistungserbringern führen dazu, dass eine angemessene gesundheitliche und pflegerische Versorgung, insbesondere in komplexen Fällen, nicht oder nur teilweise oder erst verspätet stattfindet. Dies geht mit Einbußen bei der Lebensqualität der Versicherten einher und gefährdet auch die Wirtschaftlichkeit der Versorgung. In der Praxis werden daher seit einigen Jahren zahlreiche Modellprojekte initiiert, die den Einsatz sogenannter „Patientenlotsen“ (PL) zur Unterstützung und Begleitung von vulnerablen Personengruppen, vor allem schwer kranken Patientinnen und Patienten mit besonders komplexen Versorgungsbedarfen erproben. Im Vortrag werden Konzepte, die besonders für die ambulante Pflege konzipiert wurden, vorgestellt.
Impulsgeberin: Frau Dr. Grit Braeseke, Bereichsleiterin Pflege IGES Institut GmbH
